KÜNSTLERISCHES ARBEITEN!

Für alle Klassenstufen
Einzel- oder Gruppenteilnahme (max. 3 Personen)


Ihr möchtet euch auf kreative und künstlerische Art und Weise mit Rumänien auseinandersetzen? Dann findet ihr hier bestimmt eine passende Aufgabe.

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Alle Klassenstufen

1. Tränen vergießen

Der Bigăr-Wasserfall liegt im Südwesten Rumäniens im Banater Gebirge und gehört zu den schönsten Naturphänomenen der Welt. Das Wasser fließt über einen vollständig mit Moos bedeckten Felsen und legt sich in dünnen Fäden wie ein Schleier über den abgestuften Stein. Der Legende nach hat er seinen Namen von einer unerfüllten Liebe. Der Fluch einer Hexe verbot einem jungen Mädchen, sich zu verlieben. Nachdem das Mädchen ihr Herz an einen jungen Mann namens Bigăr verloren hatte, sperrten die Eltern sie in eine Höhle, um dem Fluch der Hexe zu entgehen. Die Hexe entdeckte das Mädchen und sah ihren Schmerz. Sie verwandelte das Haar des Mädchens in Wasser und zusammen mit ihren Tränen der Trauer floss es über die Felsen hinab. In diesem Gewässer ertrank der Geliebte schließlich und die beiden Liebenden waren wieder vereint.
Auch im Schwarzwald gibt es Wasserfälle, deren Ursprung Tränen sind. Der Sage nach forderte die schöne Fürstin Gutta von ihren Verehrern, über eine Schlucht zu springen und so ihre Liebe zu beweisen. Weil die Verehrer bei diesem Versuch starben, wurde die Fürstin verflucht und erstarrte zu Stein. Seitdem weint sie unentwegt und ihre Tränen speisen die Triberger Wasserfälle.

Aufgabe für Schülerinnen und Schüler aus Deutschland: Schau dir im Internet Bilder des Bigăr-Wasserfalls an. Stelle in einem Bild die Legende über die Entstehung des Wasserfalls dar.

Aufgabe für Schülerinnen und Schüler aus Rumänien: Schau dir im Internet Bilder der Triberger Wasserfälle an. Stelle in einem Bild die Sage über die Entstehung der Wasserfälle dar.

↘ Zur Technik: Setze dein Motiv in einer Malerei oder Zeichnung um. Du kannst alle wasserlöslichen Farben oder Buntstifte verwenden, auch Collage- und Drucktechniken sind möglich. Deine Arbeit sollte nicht größer als DIN A3 sein.

2. Gesucht: Dracula

Wenn du dich auf die Suche nach Dracula machst, wirst du sehr schnell feststellen, dass sich diese Figur in unglaublich vielfältigen Erscheinungsformen präsentiert.
Da ist die historische Figur Vlad III., deren Beiname „Drăculea“ (deutsch: „Der Sohn des Drachen“) war und die dem weltbekannten Dracula wahrscheinlich seinen Namen gegeben hat.
Vlad Drăculea galt in seinem Land als gerechter Widersacher der Korruption und er wird auch heute noch in Rumänien als dieser gesehen. Er hatte seinen Herrschaftssitz in Tergowiste/Târgoviște, in der Walachei. Über ihn sind jedoch Erzählungen über begangene Grausamkeiten verbreitet, die ihm weitere Beinamen, wie „drac“ („Teufel“) oder Țepeș („Pfähler“) einbrachten.
Die Romanfigur des Vampirs Dracula ist dir bestimmt bekannt. Vermutlich hat sich der irische Schriftsteller Bram Stoker von den Erzählungen über Vlad III. inspirieren lassen. In seinem Roman über Graf Dracula beschreibt er die faszinierende Törzburg in der Nähe von Kronstadt/Brașov in Siebenbürgen und eine Reise durch die Karpaten verblüffend bildhaft, obwohl er nie selber in Rumänien gewesen ist.
Berühmte Verfilmungen des Stoffes setzen verschiedene Schwerpunkte in der Sicht auf diesen Dracula. Eine Eigenschaft ist jedoch allen diesen Dracula-Figuren gemeinsam – sie gelten als „Untote“ – sind sie also noch unter uns?
wiederzufinden“.

Aufgabe für Schülerinnen und Schüler aus Deutschland & Rumänien: Entwirf ein Fahndungsplakat nach „Dracula“, das durch die Schrift-Bild-Gestaltung verdeutlicht, welche der genannten Dracula-Figuren du suchst.
Überlege, welche Elemente typischer regionaler Besonderheiten du mit einarbeiten kannst. Bei der Gestaltung von Hintergrund, Kleidung oder Attributen bietet es sich an, Eigenheiten herauszustellen, wie beispielsweise traditionelle Trachten, Wappen oder auch landschaftliche Kennzeichen Transsilvaniens, wie Wälder, Berge oder Burgen.

↘ Zur Technik: Du kannst alle Techniken wählen, die sich für eine plakative Wirkung eignen. Das Format soll nicht größer als DIN A3 sein.

3. Maskerade

Als im Jahr 1916 das Cabaret Voltaire in Zürich mit einem großen Knall eröffnet wurde, war der Dadaismus geboren. Mit ihren Aktionen lehnten sich die Künstler gegen alles Bürgerliche und Konventionelle der damaligen Zeit auf und veränderten die europäische Kunstszene nachhaltig. In skurrilen Verkleidungen trugen die Dadaisten Gedichte vor, sie musizierten und tanzten, alles begleitet von lauten Zwischenrufen und Gelächter von Seiten des Publikums. Einer der führenden Köpfe war der aus Bukarest stammende jüdische Künstler Marcel Janco. Er gestaltete kurios wirkende Masken aus einfachen Materialien wie Wellpappe, Papier und Schnur, die auf der Bühne des Cabaret Voltaire zum Einsatz kamen. Mit dem Tragen der Maske sollte der Kostümierte eine neue fremde Identität annehmen und Bewegung und Gestus an seine neue Rolle anpassen.

Aufgabe für Schülerinnen und Schüler aus Deutschland: Tu es den Künstlern des Dadaismus gleich. Gestalte eine Maske, mit der du auf aktuelle gesellschaftliche Ereignisse in Rumänien reagierst.

Aufgabe für Schülerinnen und Schüler aus Rumänien: Tu es den Künstlern des Dadaismus gleich. Gestalte eine Maske, mit der du auf aktuelle gesellschaftliche Ereignisse in Baden-Württemberg reagierst.

↘ Zur Technik: Du kannst mit verschiedenen Materialien wie Pappe, Holz und Draht arbeiten. Auch Alltags- und Wegwerfmaterialien sind möglich. Fotografiere dich mit deiner Maske und sende ein aussagekräftiges Bild ein.

4. Tortenschlacht

Im Jahr 2015 verglich das Art-Magazin die Malereien des rumänischen Künstlers Adrian Ghenie mit einer großen "Tortenschlacht". Über seine Porträts ziehen sich, mit dem Spachtel aufgetragene, verschmierte Farbspuren. Der Künstler verfremdet und verzerrt die Dargestellten aber nur bis zu einem gewissen Grad. Die typischen Merkmale lässt er stehen, sodass die porträtierte Person immer noch leicht zu identifizieren ist.
Adrian Ghenie wurde in Frauenbach/Baia Mare geboren und lebt mittlerweile in Klausenburg/Cluj Napoca und in Berlin. Ghenie verarbeitet für seine Bilder alte Fotos, Ausschnitte aus Zeitungen und Standbilder aus Filmen. Er übermalt sie, kratzt Farbe ab, trägt neue auf. Dafür verzichtet er weitestgehend auf traditionelle Malmittel und arbeitet stattdessen lieber mit Spachtel, Schablonen und Plastiktüten. Er beschäftigt sich mit historischen und aktuellen Ereignissen, die er nicht als getrennte Geschehen betrachtet und bewertet. Seiner Meinung nach prägt die Vergangenheit unseren Umgang mit dem Jetzt. Die Themen, die ihn an- und umtreiben, sind Exil, Auswanderung und Machtmissbrauch.

Aufgabe für Schülerinnen und Schüler aus Deutschland & Rumänien: Verfremde das Porträt einer berühmten Person und versuche, auf traditionelle Malmittel wie den Pinsel zu verzichten. Finde eine malerische Handschrift, die dem Wesen der dargestellten Person und ihren Charakterzügen entspricht.

↘ Zur Technik: Du kannst dich an Abbildungen aus dem Internet oder aus Zeitungen inspirieren. Sowohl malerische als auch collagierte Elemente sind möglich. Schau dir hierfür Arbeiten von Adrian Ghenie im Internet an und finde Anregungen. Das Format sollte nicht größer als DIN A3 sein.

Einsendeschluss
15. Februar 2022