Schreiben und Gestalten

Klassen 5 bis 8, Klassen 9 und 10, ab Klasse 11
Einzel- oder Gruppenteilnahme (max. 3 Personen)

Recherchieren, interpretieren, präsentieren…
Wählt aus den verschiedenen Aufgaben aus, was euch am meisten interessiert, und gestaltet euer eigenes Projekt.

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Klassen 5 bis 8

1 Nachts im Mondlicht …

In dem Buch „Geschichten von Tieren und Menschen“ aus dem Jahr 2021 sammelte der Stuttgarter Fotograf Albert T. Schaefer Märchen, die ihm seine Großmutter in seiner Kindheit vorgelesen hatte. Die Geschichten begleiteten die aus einer russlanddeutschen Familie stammende Großmutter bei ihrer Flucht aus St. Petersburg über Sibirien nach Deutschland. Alle Geschichten handeln von der Beziehung zwischen Mensch und Tier. So auch diese, in der die Bewohner eines Dorfes im Wald eine Grube aushoben, um sich vor Wolfsangriffen zu schützen. Sie bedeckten die Grube mit Zweigen und Blättern und legten als Lockmittel noch ein saftiges Stück Fleisch auf die Zweige. Schon bald wurde ein Wolf von dem Geruch des Fleisches angelockt und fiel in die Grube. Nach langen vergeblichen Versuchen, aus seinem Gefängnis zu entkommen, schlief der Wolf erschöpft ein. Einige Zeit später machte sich ein Geiger, der am Abend bei einer Hochzeit im benachbarten Dorf gefiedelt hatte, auf den Heimweg durch den Wald. Beschwingt und beschwipst, übersah er in der Dunkelheit die Grube und fiel mitsamt seiner Geige hinein. Als der Geiger im Mondlicht die Gestalt auf der anderen Seite der Grube entdeckte, erschrak er fürchterlich. Mit großen, grünen Augen starrte ihn der Wolf an...

Deine Aufgabe Überlege dir, wie die Begegnung zwischen dem Wolf und dem Geiger in der Grube weitergeht, und schreibe die Geschichte zu Ende (max. 2 DIN A4-Seiten). Erfinde eine spannende, originelle, vielleicht lustige oder dramatische Geschichte, in der am Ende beide oder nur eine der Figuren entkommen.

2 Kulinarische Reise

Stell dir vor, du warst auf Schüleraustausch in einem osteuropäischen Land. Deine Gastfamilie hat oft gekocht, sodass du viele regionale Gerichte kennenlernen konntest. Was du dort gegessen hast, hat dir alles sehr geschmeckt. Wieder zurück zu Hause, lädst du zu einem Essen mit den neu entdeckten Speisen ein.

Deine Aufgabe Informiere dich über die Küche eines osteuropäischen Landes, also über die typischen Gerichte, deren Zutaten und Zubereitung. Stelle ein dreigängiges Menü zusammen und koche es nach. Erstelle eine Fotoserie, die zeigt, wie du die Gerichte zubereitet hast und wie der gedeckte Tisch mit den servierten Speisen und der Dekoration aussieht. Füge deine Rezepte bei und gestalte eine Menükarte.

Tipp: Der Link kulturforum.info/de/laender-regionen kann dir helfen, dich für ein Land zu entscheiden.

3 Die Hanse

Im Mittelalter war das Reisen und Handeln ein schwieriges Unternehmen. Deshalb gründeten Kaufleute Gemeinschaften, die sich gegenseitig halfen. Eine der wichtigsten dieser Vereinigungen war die Hanse. Zunächst schlossen sich deutsche und niederländische Kaufleute mit englischen Kollegen zusammen. Später verlagerte sich das Gewicht der Hanse zunehmend in den Raum der Ostsee, auch „Baltisches Meer” genannt.

Deine Aufgabe Stell dir vor, du wärst ein junger Matrose, der auf einem Handelsschiff der Hanse auf der Route Nowgorod – Reval – Hamburg – London fährt. Informiere dich über die Schiffe der damaligen Zeit, die Städte, in denen ihr an Land geht, die Handelsgüter und die Handelsniederlassungen der Hanse. Verfasse einen etwa 2 DIN A4-Seiten langen Brief an einen jungen Angestellten des Handelshauses Fugger in Augsburg, dem du von deinem Leben erzählst. Denke daran, was dein Briefpartner wissen kann und was ihn wohl besonders interessiert.

Tipp: Die beiden Links leiten dich zur Kinderzeitmaschine weiter. Dort erfährst du mehr zur Hanse
(https:/ /bit.ly/3qpWD8A) und über die Fugger (https://bit.ly/3IM0mDC).

4 Straßennamen erzählen Geschichte

In vielen Städten und Gemeinden wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Straßen nach Städten oder Regionen im östlichen Europa benannt, in denen Deutsche gelebt haben, zum Beispiel Breslauer Straße, Banater Straße, Sudetenweg.

Deine Aufgabe Erkundige dich, ob es an deinem Wohn- oder Schulort ein Viertel mit entsprechenden Straßennamen gibt. Erstelle eine multimediale Präsentation im Umfang von 6 bis 8 Folien, in der du die Straßennamen vorstellst, ihre Bezüge zueinander erläuterst und ihre Bedeutung erklärst.

Tipp: Vielleicht findest du im Stadt- bzw. Gemeindeoder Zeitungsarchiv Informationen zu den Straßennamen.

Klassen 9 und 10

1 Auf multikultureller Spurensuche in Fünfkirchen/Pécs

Wenn man sich auf einen Rundgang durch die südungarische Stadt Fünfkirchen/Pécs begibt, stellt man fest, dass die Stadt auf ihre ganz eigene Art und Weise multikulturell geprägt ist. Fünfkirchen/Pécs liegt im Dreiländereck von Ungarn, Kroatien und Serbien. Monumente vieler Kulturen treffen in dieser Stadt aufeinander, und so sind Überreste der multikulturellen Vergangenheit – Spuren von Deutschen, Kroaten und Serben, Juden und Roma – bis heute im Stadtbild sichtbar. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bauwerke, die aus der Zeit der fast 150 Jahre dauernden osmanischen Herrschaft stammen. Doch wie gestaltet sich das Leben der verschiedenen ethnischen Minderheiten heute?

Deine Aufgabe Informiere dich über Fünfkirchen/Pécs. Begib dich auf Erkundungstour und gestalte ca. 4 bis 6 DIN A4-Seiten eines illustrierten Reisetagebuches, in dem du die multikulturellen Spuren in der Stadt thematisierst. Verwende hierfür Bild- und Textelemente.

2 Heimat ver-dichten

Heimat ist ein Begriff, der sich rational nur sehr schwer erklären lässt. Mit Heimat verbindet man Gefühle wie Geborgenheit oder Vertrautheit, Sinneswahrnehmungen wie Gerüche, Landschaftsbilder, Musik und Geräusche, bestimmte Speisen, Getränke oder das Spüren klimatischer Gegebenheiten. Oft wird man sich seiner Heimat erst bewusst, wenn sie fehlt; so entsteht eine Sehnsucht oder Heimweh.

Deine Aufgabe Stelle ein Gedichtbändchen mit mindestens fünf selbstverfassten Gedichten zusammen, das versucht, viele dieser Aspekte abzudecken. Wähle dafür verschiedene Formen der Lyrik, wie zum Beispiel Elfchen, Rondell, Akrostichon oder andere. Finde einen passenden Titel für deine Gedichtsammlung und gestalte eine ansprechende Titelseite.

Tipp: Dieses Dokument gibt dir Anregungen zu unterschiedlichen lyrischen Formen: https://bit.ly/3ivnwnm

3 Gespräch mit einem Golem

In der jüdischen Tradition wird erzählt, wie Gott aus einem Lehmbrocken den ersten Menschen geformt habe. Seit dem Mittelalter gibt es besonders in Prag/Praha Geschichten, in denen von weisen jüdischen Männern berichtet wird, die Wesen aus Lehm geschaffen hätten, sogenannte Golems. Diese hätten allerdings – da nicht von Gott erschaffen – nicht sprechen können. Die berühmteste Erzählung handelt von Rabbi Judah Löw, der einen Golem geformt habe, als die Prager Juden verfolgt wurden.

Deine Aufgabe Informiere dich über die Geschichte des Judah Löw und seines Golems. Stell dir vor, dieser Golem könnte denken, fühlen und sprechen wie ein Mensch, auch wenn er wüsste, dass er keiner ist. Verfasse auf 2 bis 3 DIN A4-Seiten ein Gespräch zwischen dem Golem und dem Rabbi über ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle.

4 Der Klang der Stadt

Vor ein paar Jahren hat die Zeitung „Der Tagesspiegel“ ein interessantes Projekt durchgeführt. Sie wollte wissen: „Wie klingt Berlin?“ (https://wieklingtberlin.tagesspiegel.de). Schnell konnte man erkennen: Jede Stadt hat ihren eigenen Klang, der auch das Stadtbild prägt.

Deine Aufgabe Wähle eine Stadt im östlichen Europa mit deutschen Spuren und informiere dich über sie. Schau dir Bilder und Videos dieser Stadt an. Welche Geräusche und Klänge kommen dir dabei in den Sinn? Erzeuge oder finde Töne, Geräusche und Musik, die ein individuelles Klangbild dieser Stadt vermitteln. Sprich auch Texte ein, die dein vertontes Stadtbild erläutern und erklären, warum du diese Vertonung/Geräusche/Musik gewählt und so zusammengestellt hast. Dein Beitrag sollte 2 bis 3 Minuten umfassen. Benutze gängige Audioformate wie MP3 oder WAV.

Tipp: Die Erstellung eines Podcasts wird auf dieser Webseite erklärt: nachbarn-im-osten.de/methoden-toolboxpodcast.html
Diese Landkarte kann dir helfen, dich zunächst für ein Land und dann für eine Stadt zu entscheiden: kulturforum.info/interaktive-karte/karten-video.html

Ab Klasse 11

1 Willkommen – nicht willkommen?

Recherchieren Sie die Geschichte der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen nach 1945. Stellen Sie die schwierige Ankunft und Integration in Deutschland an geeigneten Beispielen – einer Familie oder eines Ortes – dar. Nehmen Sie dabei auch Bezug zur gegenwärtigen Situation von Geflüchteten in Deutschland.

Ihre Aufgabe Erstellen Sie darüber einen etwa 5- bis 7-minütigen Podcast. Achten Sie darauf, nicht nur die Fakten wiederzugeben, sondern auch Zeitzeugenberichte einzubeziehen.

Tipp: Das Buch „Kalte Heimat“ von Andreas Kossert gibt einen guten Einblick in die Geschichte der Vertriebenen nach 1945, ebenso ein Film mit demselben Titel auf Youtube. Die Erstellung eines Podcasts wird auf dieser Webseite erklärt: nachbarn-im-osten.de/methoden-toolbox-podcast.html

2 Mahnmale – Erinnerung an die Ermordung der Juden

Sie sind der Erinnerung an die Ermordung von Millionen Juden in der NS-Zeit gewidmet und längst auch zu Touristenattraktionen geworden: das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in Berlin und die „Schuhe am Donauufer“ in Budapest. Letztere erinnern an die Massenerschießungen von Juden durch faschistische Pfeilkreuzler in Ungarn während des Zweiten Weltkriegs. 2005 wurden beide Gedenkstätten eingeweiht. Sie unterscheiden sich hinsichtlich des historischen Hintergrunds, ihrer politischen Einbettung, der Konzeption der Gestaltung und der Rezeption. Sie sind damit Ausdruck der Erinnerungskultur der jeweiligen Gesellschaft.

Ihre Aufgabe Schreiben Sie, ausgehend von den beiden Mahnmalen, eine Rede zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar zum Thema „Erinnerungskultur: Wie an den millionenfachen Mord an den Juden Europas erinnern?“. Die Rede sollte 4 bis 6 DIN A4-Seiten umfassen.

3 Projektmanagement: Binationale Jugendbegegnung

Austausch und Begegnung von Jugendlichen unterschiedlicher Nationen tragen zu einem besseren gegenseitigen Verständnis bei und helfen, Vorurteile abzubauen. In Baden-Württemberg gibt es im Kontext der Städtepartnerschaften, der Schulen oder im Freizeitbereich zahlreiche Projekte mit Jugendlichen aus Ländern des östlichen Europas. Themen der Begegnungen sind dabei u. a. Umwelt, Gesellschaft, Musik oder Sport. Unterstützt werden diese oft von Jugendaustausch-Organisationen. Für die Förderung eines Projektes ist eine gute Planung zentral.

Ihre Aufgabe Planen Sie ein fiktives oder reales Begegnungsprojekt an Ihrer Schule oder in Ihrem Verein mit einem osteuropäischen Land für fünf Tage. Achten Sie dabei auf eine genaue Beschreibung Ihres Vorhabens und fügen Sie einen entsprechenden Zeitplan bei. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Projektdokumentation folgende Punkte: Zielgruppe, Thematik/Programm, Methoden des Kennenlernens, Reiseorganisation, Finanzierung, Vor- und Nachbereitung.

Tipp: Eine Übersicht über die Länder und Regionen im östlichen Europa finden Sie auf dieser Webseite: kulturforum.info/de/laender-regionen

4 Reportage über eine deutsche Minderheit

Vor ein paar Jahren hat die Zeitung „Der Tagesspiegel“ ein interessantes Projekt durchgeführt. Sie wollte wissen: „Wie klingt Berlin?“ (https://wieklingtberlin.tagesspiegel.de). Schnell konnte man erkennen: Jede Stadt hat ihren eigenen Klang, der auch das Stadtbild prägt.

Ihre Aufgabe Infomieren Sie sich über die Situation einer deutschsprachigen Minderheit im östlichen Europa und schreiben Sie eine möglichst anschauliche Reportage zum Thema „Zwischen Vergangenheit und Gegenwart“ im Umfang von 3 DIN A4-Seiten. Beachten Sie dabei Aspekte der Anerkennung als ethnische/nationale Minderheit und der politischen Selbstverwaltung, der Gewährung von Sonderrechten und besondere Förderungen.

Tipp: Einen Überblick über die Regionen und Informationen zu den Ländern und deutschsprachigen Minderheiten finden Sie auf diesen Webseiten: kulturforum.info/de/laender-regionen Die Erstellung einer Reportage wird auf dieser Webseite erklärt: nachbarn-im-osten.de/methoden-toolbox.html

Einsendeschluss
15. Februar 2023